SKA Sozialistische Kultur Arbeit

Auch, wenn Wörter wie „sozialistisch“ oder „Sozialismus“ auf viele Menschen abschreckend wirken, wir sind, wie unser Name sagt, SozialistInnen – für uns ist unser Name Programm: Sozialistische Kultur Arbeit, oder kurz SKA.
Die Gesellschaftsform, in der wir leben, haben wir nicht gewählt. Unserer Meinung nach ist sie den Anforderungen dieser Welt nicht gewachsen. Statt Probleme zu lösen, führt sie uns in jeder Beziehung in eine Sackgasse. Und das nicht nur in der Bundesrepublik Deutschland. International ist der Weg des Kapitalismus, des Imperialismus, des Sexismus, der kirchlich-religiösen Verblendung und des ‚Rassismus, wie er hier, aber nicht nur hier praktiziert wird, ein Muster ohne Wert, ein Relikt aus alter Zeit, eine Altlast, die entsorgt werden muss und wird.
„Politik zu machen“ ist kein Hobby, es ist eine Frage der Entscheidung. Jeden Tag aufs Neue. Widerstand in der BRD ist anders. Was wir aufs Spiel setzen, ist für uns natürlich unangenehm, aber wir sollten doch nicht vergessen, dass wir hier vergleichsweise einen netten Platz erwischt haben. Wenn du nicht genau nachdenkst oder zu denen gehörst, die in dieser Gesellschaft am falschen Ende sitzen, kannst du dich mit ein bisschen Arschkriecherei und Selbstbetrug alles in Ordnung finden. Dem Patriarchat zu entfliehen, fällt überall auf der Welt schwer. Du musst nur aufhören zu denken, aber wir wollen nicht aufhören zu denken, wir hacken uns ja auch keinen Arm ab.
Wir wollen anders leben, wir wollen uns selbst bestimmen – und wir wollen, dass alle anderen auf der ganzen Welt das auch können. Zur Zeit ist es so, dass wir von unserem Ziel weit entfernt sind, in einigen Gegenden wird nicht nur verhungert, „ethnisch gemordet“ und ausgebeutet, du wirst sogar gefoltert und getötet, wenn du an Freiheit und Gerechtigkeit denkst und darüber sprichst. Sicher haben wir viel falsch gemacht, sicher haben wir auch nicht immer recht, aber wir haben es probiert und bereuen keinen Tag. Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt, und leben immer noch wild und gefährlich.

Wer das Geld hat, hat die Macht

Die Betriebe gehören denen, die darin arbeiten!

Unsere Welt wird von Kapitalinteressen regiert, Der Sozialabbau, der zur Zeit nicht nur bei uns stattfindet, zeigt, dass es nicht um das Wohl der Menschen geht, sondern um die Maximierung des Profits. Es darf niemanden geben, der an der Arbeitsleistung anderer verdient. Niemand hat das Recht, die Arbeitsleistung oder die Persönlichkeit eines Menschen zu besitzen. Die Betriebe sollen denen gehören, die darin arbeiten. Im Sozialismus wird es keinen höher oder niedriger bewerteten Beruf und schon gar keinen allgemeinen Beurteilungsmaßstab für Arbeit geben. Klassenzugehörigkeit, Geschlecht, Ausbildung, Einstellung oder Entlassung entscheiden derzeit über menschliche Chancen und Schicksale. Wir wollen eine solidarische, menschliche Gesellschaft, in der Menschen nicht über „Leistung“ beurteilt werden. Statt dessen sollte die Arbeit ein Bereich sein, in dem Menschen sich nach ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen entfalten können und die gesellschaftlich notwendigen Arbeiten gemeinsam bewältigt werden. Arbeit und Leben dürfen nicht weiter Gegensätze bleiben. Arbeit ist Leben, Leben ist Arbeit. Arbeit macht Spaß. Allerdings ist auch das Recht auf „Faulheit“ zu erkämpfen. Arbeit ist Hausarbeit, Erwerbsarbeit, Beziehungsarbeit… die derzeitige gesellschaftliche Definition von Arbeit bezeichnet nur die Arbeit, die bezahlt wird. Jeder Mensch erfüllt eine „Funktion“. Alle sind wichtig. Immer, an jedem Platz und in jeder Lebenssituation. Für uns ist Politik auch immer eine Auseinandersetzung um die kulturelle Hegemonie in der Gesellschaft. Ideen und Werte werden durch Kultur dargestellt und Geprägt. Sie ist Transport- und Ausdrucksmittel zugleich. SKA bedeutet deshalb auch die Förderung von vielfältigen Gegenkulturen und das Erkämpfen von Freiräumen, in denen wir versuchen können, unsere Vorstellungen von solidarischem Leben umzusetzen.

Wer den Schwanz hat, hat die Macht

In einer biologistisch organisierten kapitalistischen Gesellschaft wie der unseren wird die Verwertbarkeit eines Menschen nach Geschlecht, Alter und der körperlichen Verfassung bestimmt. Für Frauen und auch für Männer ergibt sich daraus eine Rollenfestlegung, die sich in der Kernfamilie – Vater, Mutter, Kind – als „Keimzelle des Staates“ manifestiert. Wenn dieses Bild auch längst nicht mehr unserer gesellschaftlichen Realität entspricht, so existiert es dennoch als anerzogenes Ideal in den Köpfen fast aller Menschen. Kinder haben in diesem Familienkonzept nur die Rolle potentieller Arbeitskräfte und spätere Väter und Mütter. _Alte sind so zu sagen gewesene Menschen, deren Arbeitskraft erloschen ist. Diese Zuschreibungen spielen eine existentielle Rolle im Geschlechterverhältnis von Frauen und Männern. Wenn der Wert eines Menschen an seiner Erwerbstätigkeit festgemacht wird, ist es einleuchtend, dass nicht-erwerbstätige Menschen einen geringeren Wert haben. Daraus ergibt sich,
dass das Mitbestimmungsrecht von Frauen in Deutschland nicht mal hundert Jahre alt ist,
dass viele Frauen nicht genügend über ihre Rechte aufgeklärt sind oder sie nicht wahrnehmen können, weil es die nach wie vor nicht veränderte patriarchalen sozialen, gesellschaftlichen und ökonomischen Beziehungen nicht zu lassen,
dass viele Frauen ihre Lebens- und Berufsplanung auf eine mögliche Familie ausrichten.
Dazu kommt ein gesellschaftlicher Rollback, der zwar gern die Karrierefrau vorzeigt und erfolgreichen Frauen viel Freiheit lässt, der der Durchschnittsfrau, die keine Karriere macht, aber viele erkämpften Freiheiten nimmt. So z.B. die Änderung des § 218, das Recht auf Abtreibung, der nun die körperliche Selbstbestimmung der Frau noch erheblicher einschränkt. Unserer Meinung nach gehört der Paragraph ohnehin abgeschafft. Oder die Änderung des Ausländerinnengesetzes, in dem geschiedene Frauen abgeschoben werden können und sexistische Verfolgung erst gar kein Fluchtgrund ist. Frauen wird vorgegaukelt, dass ein selbstbewusstes, selbstbestimmtes Leben ohne Emanzipation möglich sei. Das dies nur in Verbindung mit Erfolg, Geld und Macht möglich ist, wird dabei unterschlagen.
Wir streben eine Gesellschaft an, die sich in der Beurteilung von Männern und Frauen nicht an überholten oder nie aktuell gewesenen Familienidealen orientiert, sondern an den Realitäten von tatsächlichen Lebensumständen. Dazu gehört Respekt vor der Eigenständigkeit jedes Menschen, unabhängig von Geschlecht oder Alter. Wir streben eine Gesellschaft an, in der Heterosexualität nicht „normal“ ist, jedenfalls nicht normaler als Homo- und Bisexualität. Die heutigen Familien- und Sexualvorstellung ist kein „Schicksal“. Das „war“ auch „Nicht schon immer so“. Die Geschichte der Menschheit ist durchzogen von unterschiedlichsten Formen der Sexualität, der „Familienbindung“ und Moralvorstellung zu diesen Themen. Auch das Patriarchat, die Herrschaft durch und von Männern über Männer, aber vor allem von Männern über Frauen, in der wir heute nach wie vor leben, hat es nicht immer und überall gegeben. Heterosexualität ist für die christlich-kapitalistischen Gesellschaft deshalb ein Dogma, weil Sex ohne Fortpflanzung für sie keinen Sinn außer Spaß macht. Und das ist verdächtig. Unverdächtig ist das für die, die aus den verklemmten Sexualitäts- und festgeschriebenen Geschlechterrollen durch Vermarktung Geld heraus schlagen können. Aber es ist weder gut Sexualität zu verdrängen, noch sie zum alleinigen Zentrum des Lebens zu machen. Grundsätzlich ist Sexualität eine intensive Form von Kommunikation zwischen Menschen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Alle Menschen haben verschiedene Optionen zum Aufbau ihrer Identität. Alle haben „männliche“ und „weibliche“ anteile, was genau dann nicht mehr verwundert, wenn die gesellschaftlich definierten Geschlechterrollen nicht als biologistisches und genetisches Gesetz, sondern als eine soziale Konstruktion begriffen werden. Wir streben eine Gesellschaft an, in der Menschen nicht über Konstruktionen von äußerlicher Schönheit beurteilt werden. Es werden nice alle gleich aussehen, glücklicherweise. Menschen ein zu reden, sie müssten so oder so aussehen, mehr Muskeln haben, dünner sein, über irgendwelche Maße verfügen, führt nur zur Unzufriedenheit, Autoaggression, Minderwertigkeitsgefühle und Frustrationen.
Das Patriarchat in uns und um uns gehört abgeschafft!

Alle RassistInnen sind Arschlöcher

Menschen sind unterschiedlich. Deshalb sind sie aber nicht mehr oder weniger Wert. Alle Menschen haben das Recht, ihren Wohnort und ihren Arbeitsplatz frei zu wählen. Die BürgerInnenrechte und die Chancengleichheit sollten nicht von Hautfarbe oder Herkunft eines Menschen abhängig sein. Wir kämpfen gegen jede Form von Rassismus. Die de facto Abschaffung des Rechts auf Asyl und die Gestaltung der Europäischen Union stehen in Zusammenhang. Innerhalb Europas sollen wirtschaftliche Grenzen fallen, aber um Europa herum entstehen für die Menschen um so höhere Mauern. Die „Festung Europa“ soll den EU-Staaten bessere Wettbewerbschancen auf dem Weltmarkt verschaffen und die militärische Abhängigkeit von der USA relativieren. Das Ziel ist Europa weltweit zu einem noch größeren politischen und ökonomischen Machtblock zu machen. Wirtschaftsinteressen werden über Menschenrechte gestellt. Weder Abschiebung noch staatliche Diskriminierung ändern etwas an den Gründen, warum Menschen ihre Heimat verlassen müssen. Wir fordern: Weg mit den Grenzen und die Auflösung der Nationalstaaten.

„Heute gehört uns Deutschland…“ und morgen kaufen wir die ganze Welt

Während man sich in der BRD und dem Rest von Europa wieder deutlich mit „seiner“ Nation identifiziert, agieren die Konzerne der „ersten Welt“ schon lange international. Der „Standort BRD“ wird in Diskussionen bemüht, um soziale Einschnitte zu rechtfertigen und ein neues Nationalstaatdenken zu forcieren. Die noch nicht einmal 0,7% des Bruttosozialproduktes, die in die Entwicklungsahilfe gehen, holt sich das heimische und internationale Kapital tausendfach aus den „armen“ Ländern zurück. Dabei stört es auch nicht, wenn in der Türkei mit deutschen Waffen Menschern erschossen werden oder deutsche Chemieunternehmen in der „3.Welt“ an Frauen ihre neu entwickelte Anti-Baby-Pille ausprobieren. Der Kreis schließt sich: Die Menschen, die bei uns Zuflucht suchen, sind arm, weil wir reich sind, sie hungern, weil in ihrer Heimat der Regenwald von multinationalen Konzernen zerstört worden sind. Sie werden verfolgt, weil von unserer Regierung das diktatorische Regime in ihrer Heimat unterstützt wird. Zu Hause nennt sich unsere Regierung demokratisch und gönnt uns unsere kleine kontrollierte Freiheit, international handelt sie offen undemokratisch. So werden den multinationalen Konzernen ihre Billiglohnländer, Krisengebiete zum Absatz der Rüstungsgüter und die freie Ausbeutung von Rohstoffen garantiert.

Gegen die Herrschende Meinung – Nutzen wir die Medien produktiv!

Wir leben in einer sogenannten Informationsgesellschaft. Von überall werden wir von den Medien mit Kurzinfos und seichter Unterhaltung bombardiert. Doch an der Vermittlung von seriösen Informationen und gutem Entertainment hat kaum jemand Interesse, weder die, die „Informationen“ verkaufen, noch die, die Plattheiten konsumieren. Information verkommt zur Ware und zum Füllstoff zwischen zwei Werbeblöcken. Medien, besonders das Fernsehen, beeinflussen aber auch die öffentliche Meinung; in der Regel im Sinne der herrschenden Politik und Wirtschaft.
Gleichzeitig geht der Trend im Bildungssystem in eine völlig andere Richtung. Die Verarbeitung und das kritische Hinterfragen von Informationen, bestehende Strukturen und Normen ist nicht mehr angesagt. Bildung wird reduziert auf die Vorbereitung zur Verwertbarkeit auf dem immer kleiner werdenden Arbeitsmarkt. Bildung wird noch mehr zu einem Privileg, als sie es immer schon war. Wissen ist eine wichtige Voraussetzung um Strukturen zu erkennen und sich selbst aktiv am gesellschaftlichen Willensbildungsprozess zu beteiligen. Gelernt wird jeden Tag, und Lernen ist auch nicht an Institutionen gebunden. Lernen und Leben sind eine Einheit. Bildung muss für alle erreichbar sein. Selbstverständlich muss das Mitbestimmungsrecht an Schulen ausgebaut und reformiert werden, um SchülerInnen direkt und gleichberechtigt an der Entwicklung dieser Konzepte teilhaben zu lassen. Projektorientierte Teamarbeit ist angesagt. Was für die Schule gilt, gilt auch für Ausbildungsstellen und Hochschulen.

Geschichte, Tradition, Ziele

Als SozialistInnen legen wir Wert auf Geschichtsbild und Geschichtsbewusstsein. Geschichte „passiert“ nicht, Geschichte wird gemacht. Und zwar nicht von irgendwelchen Herrschenden, Parlamenten oder Kanzlern, die auch noch fast immer Männder sind, sondern von allen Menschen. Es gibt niemanden, der oder die machtlos ist. Es gibt nur Millionen von Menschen, die sich ihrer gemeinsamen Kraft, ihrer Möglichkeiten nicht bewusst sind und daher ihre Interessen nicht wahrnehmen. Sich selbst bewusst sein heißt, sich als handelndes Subjekt wahr zu nehmen. Nichts passiert, ohne dass Menschen mitmachen, es ignorieren und damit unterstützen – oder eben gemeinsam Widerstand leisten. Und das ist Geschichte, wir alle machen sie jeden Tag.
Seit es Menschen gibt, gibt es Machtverhältnisse. Die Geschichte der Menschen ist eine Geschichte des Kampfes der Unterdrückenden um Profit und Macht und der Unterdrückten um ihre Freiheit, ihre Würde und ihre Rechte. Das gilt für die SklavenhalterInnengesellschaft, den Feudalismus, den Kapitalismus und auch für das Patriarchat, das alle drei durchzieht. Auch der real existierende Sozialismus, wie jeder andere Versuch, sich grundsätzlich aus dem Prinzip der Unterdrückung zu lösen, hat nicht zu einem endgültigen Ergebnis geführt. Heute wissen wir, dass diese Form von Sozialismus scheitern musste. Aber nichts ist schlimmer als Versuche, die gar nicht erst gemacht werden. Es ist nun an uns, diese Erfahrung im Aufbau unserer Vision von einer sozialistischen Gesellschaftsform um zu setzen. Der Schlüssel zur Veränderung einer Gesellschaft heißt Bewusstsein. Bewusstsein allein reicht jedoch nicht. Entwicklungen wie Veränderungen von Sozialstrukturen, Ideologien, Auffassung von Religion und Erziehung und vor allem der ökonomischen Basis führen dazu, dass Gesellschaftsformen sich selbst überleben, reif sind – qualitativ nicht mehr entwicklungsfähig. Der Kapitalismus zum Beispiel hat nicht gesiegt, er ist nur übrig geblieben.
Geschichte hat ein Ziel: Das Ende der Unterdrückung des Menschen durch den Menschen. Auf diesem Weg hat es viele Ideen, Ansätze, Kämpfe und Menschen gegeben, die uns inspirieren. Von Identifikation kann allerdings nicht die Rede sein, da dies hieße, sich selbst oder die „bewunderten“ Personen und Strukturen aus ihren jeweiligen Zeitzusammenhängen zu reißen. In unserem Selbstverständnis ist angedeutet, dass wir jeden emanzipatorisch-revolutionären Ansatz respektieren, das gilt grundsätzlich auch für reformistische linke Ansätze. Wenn wir die auch nicht richtig finden, so gibt es auch in diesen Zusammenhängen korrekte Einzelpersonen oder Gliederungen, mit denen wir uns auseinandersetzen und auch punktuell zusammen arbeiten, sogar über einen reinen Bündnischarakter hinaus. Wir müssen und wollen verändern. Dazu müssen wir von vielen Menschen lernen, mit vielen im Rahmen unserer Strategie zusammenarbeiten und unsere Aktionen und Inhalte vermittelbar gestalten. Wir haben Kontakte und verfügen über Aktionsformen vom „militanten“ Widerstand bis hinein in die Parlamente. Zwischen den Stühlen und genau richtig. Aber mit Tradition.